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Prävalenz relativer Armut

Laut dem Armutsbericht des DGB, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und der Hans-Böckler-Stiftung waren 9,1% der deutschen Bevölkerung im Jahre 1998 von der relativen Armut (50% des durchschnittlichen Einkommens) betroffen. Arm war also jeder 11. Bundesbürger. Dabei lag die Quote der Einkommensarmen im alten Bundesgebiet mit 8,7 % etwas niedriger und in den neuen Bundesländern mit 10,7 % etwas höher als der Bundesdurchschnitt.

Der 2. Armutsbericht der Bundesregierung fokussiert bei seinen statistischen Zahlen auf das Armutsrisiko. Demnach waren im Jahr 1998 12,1% vom Armutsrisiko (60% des Durchschnittseinkommens) betroffen. Bis 2003 zeigte dieser Anteil einen beunruhigenden Anstieg auf 13,5% (alte Länder: 12,2%; neue Länder: 19,3%). Dies zeigt, dass wir es in Deutschland, und vornehmlich im östlichen Teil, mit einer neuen Armut zu tun haben.

Wie liegt die deutsche Armutsquote im Vergleich zu anderen europäischen Staaten? Gemäß den letzten EUROSTAT-Zahlen von 2001 lag Deutschland mit einer Armutsquote von 11% zwar über Ländern wie Schweden (9%) und Dänemark (10%), aber noch deutlich unterhalb des Durchschnitts der damals noch 15 europäischen Staaten (15%).

Relative Armut betrifft in Deutschland zunehmend Kinder. Und diese Situation verschlechtert sich derzeit dramatisch. Lebten im Jahre 2003 1,08 Millionen Kinder in Haushalten, die Sozialhilfe bezogen (wobei der Bezug von Sozialhilfe ein hilfreicher Indikator relativer Armut darstellt), so war diese Zahl schon Ende 2004 auf 1,45 Millionen angestiegen. Im Jahre 2006 liegt diese Zahl bereits bei 2 Millionen oder darüber.
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