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Konfliktprävention und Friedensförderung

Bewaffnete Konflikte verursachen nicht nur Verletzung, Behinderung, Tod und Vertreibung, sondern auch – Armut, weil die vor mordenden Horden flüchtenden Menschen ihre angestammte Heimat verlassen müssen und damit oft auch ihre Lebensgrundlage verlieren. Darum gehört die Friedensarbeit zu den wichtigen Komponenten der Armutsbekämpfung. Die Armutsbekämpfung der Entwicklungsorganisationen kann sich nur in seltenen Fällen direkt für eine friedliche Lösung von bewaffneten Konflikten einsetzen. Aber oft antichambrieren Hilfsorganisationen bei Politikern und UN-Vertretern, um sie zum politischen und diplomatischen Handeln und Eingreifen zu bewegen, damit ein bewaffneter Konflikt nicht unendlich lange fortdauert, sondern in ein Friedensabkommen mündet. Gleichwohl können Hilfswerke Konflikte vermeiden helfen und Frieden fördern.

Potentielle oder tatsächliche Konflikte sollten schon im Keime erkannt und gelöst werden, bevor sie in eine bewaffnete Auseinandersetzung eruptieren. Konflikte gibt es überall dort, wo Menschen zusammen leben und wo es um den Zugang zu Nahrung, Land, Ressourcen und Machtpositionen geht. Es gilt, den Menschen zu helfen, mit diesen Konflikten konstruktiv und kreativ umzugehen, friedliche Lösungen zu finden und deutlich zu machen, dass die Interessen aller gewahrt werden müssen, notfalls mit hart erkämpften Kompromissen, damit es nicht zu kriegerischen Kämpfen kommt.

Zur Friedensförderung gehören solche Bereiche wie: Förderung der Rechtsstaatlichkeit, Friedenserziehung, Begegnung und Dialog, Förderung von Versöhnung, Konfliktspezifische Ausbildung etc. Zudem haben Hilfsorganisationen auch Methoden entwickelt, um die von ihnen gewährte humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe möglichst schonend und konfliktvermeidend zu leisten, da jede Hilfe immer auch ein gewisses Konfliktpotential enthält, weil es neben den Hilfsempfänger meist auch arme und benachteiligte Gruppen gibt, die nichts empfangen.(Beispiel: Wird Hilfe für Flüchtlinge bereitgestellt, die über die Grenze geflohen sind, gehen intern Vertriebene möglicherweise leer aus, weil sie nicht den Status von Flüchtlingen besitzen). Konflitvermeidende Hilfe schätzt die Risiken der Hilfe ein, spricht mit den Beteiligten, trifft Entscheidungen darüber wer, wo, wann und wie lange Hilfe benötigt und bekommt und wer nicht.

Zur Gewaltprävention gehört auch die Beschäftigung mit den verfügbaren Waffen. Wo es Waffen gibt, werden diese über kurz oder lang eingesetzt. Darum geht es auch um Abrüstung, Vernichtung von Waffen und um Gewerbeförderung für ehemalige Soldaten und Kindersoldaten. Hinzu kommt internationale Lobbyarbeit, damit der Waffenhandel eingedämmt wird und die Herstellung und Verbreitung von Waffen besser kontrolliert werden.

Siehe auch:
Bewaffnete Konflikte und Flucht


Weiterführende Links:

Deutsche Webseite von Human Rights Watch:
HRW.org


Ein Beitrag des Auswärtigen Amts über das Humanitäre Völkerrecht:
Humanitäres Völkerrecht

Informationen des Deutschen Roten Kreuz über das Völkerrecht:
Humanitäres Völkerrecht

Website des "Centre for Humanitarian Dialogue"
Hdcentre.org
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