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Humanitäre Nothilfe und Katastrophenschutz

Die Humanitäre Nothilfe oder Katastrophenhilfe, wie sie auch genannt wird, gehört eigentlich nicht zur langfristigen Armutsbekämpfung; dennoch ist sie auch eine Form der Hilfe für die Armen, weil diese eher unter Naturkatastrophen oder anderen Schicksalsschlägen leiden und in höchstem Maße gefährdet sind. Humanitäre Nothilfe setzt ein, wenn Naturkatastrophen eintreten wie Dürre, Überschwemmung, Erdrutsche, Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbruch oder wenn von Menschen heraufbeschworene Krisen eintreten wie Kriege, Bürgerkriege, Vertreibungen usw. Jede Katastrophe ist anders, und die Nothelfer müssen flexibel sein und improvisationsfreudig sein. Gleichwohl spielt sich die Hilfe meist nach einem bekannten Schema ab:

Zunächst müssen Menschen, deren Leben bedroht wird, in Sicherheit gebracht werden, Verschüttete müssen geborgen, Verletzte versorgt, Tote beerdigt werden. Überlebende, sofern sie Haus und Hof, Hab und Gut verloren haben, müssen mit dem Allernötigsten versorgt werden, etwa mit Wasser und Nahrungsmitteln, mit Decken und Zeltpllanen, mit Kochutensilien und Hygienepaketen. Ist das Schlimmste vorüber, müssen Flüchtlinge und Vertriebene wieder in ihre Heimat zurückgeführt werden, eventuell müssen zerstörte Häuser renoviert oder wieder aufgebaut werden, und ganz wichtig: die überlebenden Opfer, denen durch die Katastrophe oft ihre Lebensgrundlage entzogen wurde, müssen wieder in die Lage versetzt werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dazu brauchen sie landwirtschaftliche Werkzeuge, Saatgut und diverse Ausbildungen.

Die humanitäre Nothilfe hat im Wesentlichen drei Phasen: die schnelle Soforthilfe (Verteilung von Wasser, Nahrung und Decken beispielsweise, die mittelfristige Rehabilitation (Repatriierung und Wiederaufbau) und der längerfristige Übergang zur Entwicklungszusammenarbeit (Ernährungssicherung usw.).

Zu den längerfristigen Herausforderungen gehören auch die Katastrophenvorbeugung und der Katastrophenschutz. Unter Katastrophenvorbeugung verstehen wir Bemühungen, die zum Ziel haben, dass die Katastrophe gar nicht erst eintritt (wenn etwa Überschwemmungen durch Dämme oder Abfließsysteme vermieden werden). Unter dem Katastrophenschutz verstehen wir Vorkehrungen, die eine schnelle, koordinierte und möglichst unbürokratische Hilfe im Falle der eingetretenen Katastrophe möglich machen (dazu müssen Einsatzregeln und Zuständigkeit vorab geklärt sein.




Weiterführende Links:

Internetseite des Centre for Research on the Epidemiology of Disasters:
Cred.be (englisch)

Die Seite des United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs:
UNOCHA.org (englisch)

Link zum Relief Web:
ReliefWeb: "Every spent on preparedness saves on response: #ActNow, Save Later!" (englisch)

Informationen der WHO zu Gesundheitsversorgung in humanitaren Krisen:
WHO: Humanitarian Health Action (englisch)

BMZ-Seite über Katastrophenvorbeugung:
BMZ: Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge


Informationsseite des Auswärtigen Amtes zur humanitären Hilfe:
Humanitäre Hilfe

Die Internetseite des Büros für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission:
"Humanitarian Aid & Civil Protection" (englisch)
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