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Krankheiten, darunter auch HIV und AIDS

Die Erkrankung eines Menschen führt dazu, dass er einer geregelten Arbeit nicht mehr nachgehen kann, nicht für ein Einkommen sorgen kann und verarmt. Aber umgekehrt gilt auch: Armut verursacht und verschärft Krankheiten. Je größer die Armut ist, desto höher ist auch die Kindersterblichkeitsrate und die diese Rate verursachenden Krankheiten wie Durchfall, Malaria, Gelbfieber oder Tuberkulose. Alle diese Krankheiten haben zu tun mit einem Mangel an sauberem Wasser, Mangel an Hygiene, mangelndem Zugang zu Gesundheitsdiensten und Bildung, Mangel an ausreichender und gesunder Nahrung sowie Mangel an Einkommen – also alles Dinge, die wir mit Armut in Verbindung bringen.

Natürlich ist das Verhältnis von Armut und Gesundheit keine Einbahnstraße, sondern ein Verhältnis, bei dem sich beide gegenseitig bedingen. Armut verursacht Krankheiten, aber Krankheiten verschärfen die Armut. Wer krank ist, muss sich behandeln lassen, was wiederum Geld kostet und somit den Armutsfaktor erhöht. In vielen armen Ländern müssen die Kranken oft weite Wege zurücklegen, um eine Gesundheitsstation bzw. ein Krankenhaus zu erreichen, wo sie hoffen können, eine Therapie in Anspruch zu nehmen, die man nicht immer bekommt. Das kostet Geld für Transport und die Zeit, die man von der Arbeit fern bleiben muss.

Es kann gezeigt werden, dass auch arme Länder in der Lage sind, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Arme Länder, die eine vergleichsweise niedrige Kindersterblichkeitsrate aufweisen, haben in der Regel eine oder mehrere der nachfolgenden Maßnahmen ergriffen, die alle geeignet sind, die Gesundheitslage der Menschen zu verbessern: In diesen Ländern gibt es einen hohen Anteil an gebildeten Mädchen und Frauen. Je höher die Bildung der Mädchen, desto besser die Gesundheitssituation. Gebildete Mädchen wissen mehr über Schwangerschaften, AIDS, Hygiene und sauberes Wasser, Ernährung und die Behandlung von Kinderkrankheiten.

Frauen mit Bildung haben auch höhere Einkommensmöglichkeiten, was wiederum zur Verbesserung der allgemeinen Lage beiträgt.

Ein weiterer Faktor ist das Engagement der jeweiligen Regierung für Gesundheit, Bildung und soziale Absicherung. Wo diese drei Bereiche vernachlässigt werden, da grassieren Krankheiten, Kindersterblichkeit und niedrige Lebenserwartung. Ein weiterer Faktor ist die Beteiligung der Zivilgesellschaft an demokratischen Prozessen und Entscheidungen. Auf diese Weise werden Regierungen genötigt, sich mehr um die Belange einfacher Leute zu kümmern und deren Wünsche nach Bildung und Gesundheitsversorgung nachzukommen.

HIV und AIDS

Die HIV/AIDS-Epidemie ist zu einer der großen Armutsursachen geworden, vor allem in Afrika. Zugleich muss allerdings auch betont werden, dass HIV und AIDS auch Folgen der Armut sind, weil mit Armut oft Unwissenheit einhergeht und Unwissenheit im Zeitalter von HIV und AIDS zu einem erheblichen Risiko geworden ist. Wer nichts über die Übertragungswege von HIV weiß oder nicht gelernt hat, wie man sich schützen kann, wer nicht weiß, dass und wie eine HIV-Ansteckung zu behandeln ist oder kein Geld für solche Behandlung hat, der ist in höchstem Maße gefährdet, sich anstecken zu lassen bzw. an AIDS zu sterben. HIV/AIDS ist heute vor allem eine Krankheit der Armen.

Aber HIV und das daraus resultierende AIDS sind auch Armutsursachen, gerade in den armen Ländern. Wieso? Wenn jemand in einem Entwicklungsland HIV-positiv ist, weiß er es in der Regel nicht. Die meisten können sich einen HIV-Test nicht leisten. Ein solcher Test ist oft teurer als die pro-capita-Gesundheitsausgaben eines Entwicklungslandes. Insofern bleiben die meisten Fälle von HIV-Infektionen unerkannt und unbehandelt. Das hat zur Folge, dass diese Menschen zunehmend geschwächt werden, öfters krank werden und schließlich an AIDS sterben. Krank zu werden kann bedeuten, dass der Betreffende sich nicht um das Einkommen für die Familie kümmern kann, so dass es zu Engpässen bei der Nahrungsmittelversorgung kommt, die Schulgebühren nicht bezahlt werden können und auch notwendige Medikamente zur Behandlung nicht finanzierbar sind. Dies gilt insbesondere für den Ernährer der Familie, dessen Erkrankung und schließlich Tod zu einer Katastrophe für die Familie wird.

Kommt es zum Tod beider Elternteile, hat dies zur Folge, dass die hinterbliebenen Kinder in bittere Armut gestürzt werden. Für eine Familie, die bereits zur Zeit der noch lebenden Eltern am Existenzminimum dahinvegetierte, kann „bittere Armut“ bedeuten, dass die Kinder praktisch nichts mehr zum Überleben haben und schon gar nichts mehr, um die Schulkosten zu bezahlen order irgendwelche Krankheiten wie Malaria zu behandeln. Die Konsequenz: Hunger, Krankheit, Analphabetentum, Verelendung, Tod. Zudem sind meistens die erwerbstätigen Menschen von AIDS betroffen, was zur Folge hat, dass viele Menschen nicht mehr arbeiten können, was die Wirtschaft im Land erheblich beeinflusst.  In den von HIV und AIDS besonders betroffenen Ländern ist die Kindersterblichkeitsrate wieder angestiegen, die Lebenserwartung gesunken, die Wirtschaftskraft am schwinden. HIV und AIDS verursachen und verschärfen die Armut.

Siehe auch:
HIV/AIDS-Bekämpfung
Waisen in einer Welt mit AIDS


Weiterführende Links:

Eine ungewöhnliche Ausstellung zum Thema HIV/AIDS:
World Vision Experience: AIDS (englisch)

Hier werden Sie auf eine bewegende Reise mitgenommen, die Sie nicht unberührt lassen wird:
World Vision Experience: Begin your Journey (englisch)

Die Internetseite des Aktionsbündnisses gegen AIDS mit vielen Informationen zum Thema.
Aktionsbündnis gegen AIDS

Eine sehr informative Internetseite zum Thema Waisen in einer Welt mit HIV/AIDS:
Trotz AIDS - Gib den Kindern eine Chance

Webseite der deutschen Präventionskampagne „Gib AIDS keine Chance“:
Gib Aids keine Chance

Die Internetseiten der Deutschen AIDS-Hilfe
Deutsche AIDS-Hilfe

Informationen über die „International Community of Women Living with HIV/AIDS”:
ICW (englisch)

Die Webseite der Vereinten Nationen zum Thema AIDS:
UN AIDS (englisch)

Die Internetseite von „Global Network of People living with HIV/AIDS”:
GNP Plus (englisch)

Die Seiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu HIV/AIDS:
WHO: HIV/ AIDS (englisch)

UNESCO-Informationen zu HIV/AIDS:
UNESCO HIV- and AIDS-related publications (englisch)

Alle Organisationen, die sich mit HIV/AIDS befassen, geordnet nach Regionen und Arbeitsbereichen:
NAM aidsmap - HIV & AIDS - sharing knowledge, changing lives (englisch)
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