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Klimawandel

Der Klimawandel als Ursache der Armut – das ist ein relativ neues Thema. Aber eines, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Wie bei anderen Ursachen der Armut gilt auch hier, dass das Klima nicht nur Ursache, sondern auch Folge der Armut sein kann. Aber noch ist richtig, dass es doch in erster Linie der Wohlstand ist, der das Klima verändert. Die reichen Nationen sind die größten Umweltverschmutzer – noch. China, Indien und andere aufstrebende Entwicklungsländer beteiligen sich aber schon munter an der Umweltverschmutzung und damit am Klimawandel.

Schon heute ist klar, dass der sich derzeit vollziehende Klimawandel weniger die Reichen als vielmehr die Armen trifft. Denn die Folgen der Umweltzerstörung – wie Überschwemmungen, Entwaldung oder Dürre – wird vor allem die Menschen in den Entwicklungsländern treffen. Siebzig Prozent der dort Armen in diesen Ländern leben auf dem Lande. Und gerade dort trifft extremes Wetter vor allem die Bauern, die ausschließlich vom Ertrag ihres Landes leben. Trockenheit und Dürre haben unmittelbare Auswirkungen auf die Armen, den Unterernährung und Krankheit sind die Folge. Arme Bauern benötigen möglichst vorhersehbare Klimabedingungen. Sie sind den Klimaschwankungen meist hilflos ausgesetzt, weil sie kaum Alternativen zur jährlichen Ernte haben.

Die Klimaerwärmung wird die bereits jetzt bestehenden Armutsprobleme wie Hunger und Krankheit nur noch verschärfen. Trinkwasser wird knapper werden, weil gerade die Feuchtgebiete zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen der Welt gehören und weil Trockenperioden länger andauern.

Was ist zu tun? Armutsbekämpfung und Umweltschutz müssen Hand in Hand gehen. Armutsbekämpfung muss auf einer gesunden Umwelt aufbauen. Wir dürfen bei der Armutsbekämpfung nicht auf einem Auge blind sein; es kann nicht angehen, dass wir mit der linken Hand einreißen, was wir mit der rechten Hand aufbauen. Beispielsweise geht eine positive Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit und Selbstversorgung meist mit einem erhöhten Energiebedarf einher, der aber dann nicht mit umweltschädigenden Energiequellen abgedeckt werden sollte, sondern mit „grüner Energie“. Unter grüner Energie verstehen wir etwa Hydroenergie oder Solarenergie. Viele Arme verwenden zum Kochen und Heizen viel Holz, womit sie zur Zerstörung ihres eigenen Lebensraumes beitragen. Armutsbekämpfung ist aber nur dann nachhaltig, wenn die Armen von ihrem Ökosystem profitieren können, ohne es selbst zu zerstören. Mit der Verbreitung Energie sparender Öfen, aber auch mit Wiederaufforstung und Erosionsschutzwällen sowie Schulungen in Landwirtschaftsmethoden, die die Artenvielfalt fördern, kann man versuchen, diese vielleicht größte Herausforderung unseres Jahrhunderts zu meistern. Die Bekämpfung der Armut darf nicht auf Kosten der Umwelt geschehen, und der Klimaschutz nicht auf Kosten der Armen. Klimaschutz ist eine Investition nicht nur in unser aller Zukunft, sondern gerade auch in die Zukunft der Armen. Wenn Entwicklungsprojekte den Klimaschutz außer Acht lassen, sind es vor allem die Armen, die dafür den Preis zahlen müssen. Darum ist eine bessere Verzahnung von Armutsbekämpfung und Klimaschutz nötig.


Weiterführende Links:

Website zur Bekämpfung des Klimawandels der Dt. Gesellschaft der Vereinten Nationen:
DVGN - "Den Klimawandel bekämpfen"
 
Die Folgen des Klimawandels für die Armen:
BMZ - "Klimawandel - Konsequenzen für Entwicklungsländer"

Text des Kyoto-Protokolls:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: "Protokoll von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen"

Berichte des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, oder IPCC):
Publications and Data (englisch)

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit:
Climate change and human health (englisch)

Internetseite des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung zu den globalen Umweltveränderungen:
WBGU.de

Sammlung von Spiegel-Artikeln zum Klimawandel:
Thema Klimawandel: Alle Artikel und Hintergründe

Informationen des Umweltbundesamtes zum Klimawandel und zum Klimaschutz:
Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt: Klimaschutz

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