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Globalisierung

Die Globalisierung ist Ursache für Wohlstand als auch für Armut. Die durch Kommunikation, Reiseverkehr, Transport, Zahlungsverkehr usw. kleiner gewordene Welt ermöglicht es vielen Firmen, ihre Produkte rund um die Welt an den Mann und an die Frau zu bringen. Das bringt diesen Firmen und den für sie arbeitenden Menschen Umsatzgewinne und damit Wohlstand. Die Entstehung eines globalen Marktes bedeutet Gewinne und Wohlstand für Firmen, Länder und Individuen. Wohlstand entsteht auch dadurch, dass gängige Produkte in Billiglohnländern hergestellt werden, so dass sie auf unseren Märkten günstig angeboten werden. Dies erhöht die Kaufkraft des uns zur Verfügung stehenden Geldes und damit unseren Wohlstand.

Aber die Globalisierung hat nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Globalisierung verursacht Armut. Weil Produktionsstätten in Billiglohnländer verlagert werden oder weil ganze Produktionssparten ausgelagert (outsourcing) und Produkte – selbst wenn sie im eigenen Lande produziert werden – von „billigen“ Arbeitskräften hergestellt werden, erleben wir derzeit einen Verfall der Löhne (zumindest die der weniger qualifizierten Arbeitskräfte) bzw. eine hohe Arbeitslosenquote. Es ist aber nicht allein die Globalisierung, die für diese Entwicklung verantwortlich ist, sondern auch die immer weiter steigende Produktivität, die mit immer weniger Arbeitskräften auskommt, sowie der Druck des Shareholder Value, der dazu führt, dass Aktiengesellschaften mehr an Gewinnen als an der Erhaltung von Arbeitsplätzen interessiert sind. In dem Bemühen, die Wünsche der Börsen und Aktionäre auf Kurszuwächse und Ausschüttungen zu befriedigen, setzen die Firmen auf kurzfristige Gewinne und nehmen dafür Kurzarbeit, Entlassungen und damit den Kaufkraftschwund großer Bevölkerungsteile in Kauf, die langfristig die Gewinne reduzieren.

Ein weiterer Grund, weshalb die Globalisierung Verlierer erzeugt, ist durch die Möglichkeit entstanden, innerhalb kürzester Zeit große Menge Geldes rund um den Globus zu verschieben, um auf diese Weise an Kursgewinnen und Währungsschwankungen zu verdienen. Anleger und Investitionsfirmen bringen ihr Geld dorthin, wo hohe Zinsen gewährt werden und die Steuern niedrig sind. Wer Geld anzulegen hat, der kann es vermehren – sogar weit über die wirtschaftlichen Wachstumsraten hinaus. Wer keines hat und auf seiner Hände Arbeit angewiesen ist, muss sich notfalls mit geringerem Lohn zufrieden geben oder ist auf eine bescheidene Sozialhilfe angewiesen, wenn er seinen Arbeitsplatz verliert.


Weiterführende Links:

Ausführliche Informationen zum Thema Globalisierung von der Bundeszentrale für politische Bildung:
Zahlen und Fakten: Globalisierung

Informationen über eine Kampagne zum fairen Handel:
Fair-Feels-Good.de

BMZ-Informationen zum Thema "Welthandel fair gestalten":
Welthandel fair gestalten

Recherche-Seite zur globalen Ökonomie der Jubilee-Kampagne:
Jubilee Research (englisch)

Das erhellende Buchmanuskript „Opportunities for Global Poverty Reduction” von Johannes Lütz:
Johannes Lütz: "Opportunities for Global Poverty Reduction - The Role of Policy Makers, Corporations, NGOs, and Individuals" (englisch)

Wikipedia-Artikel zur Globalisierung:
Globalisierung

BMZ-Informationen zum Thema:
"Wirtschaftliche Zusammenarbeit: Armut bekämpfen und Gerechtigkeit schaffen"

Informationsbroschüre „Globalisierung sozial gestalten“ unter der Federführung des BMZ:
"Globalisierung sozial gestalten - Die Umsetzung der Kernarbeitsnormen in ausgewälten Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit"

Globale Zahlen und Fakten zu diversen Themen rund um das Thema Globalisierung:
Globalisierung

Informationen der UN Conference on Trade and Development (UNCTAD) zum Welthandel:
UNCTAD - Publications (englisch)

UN Global Compact, eine Initiativefür Unternehmen und Geschäftsleute, die sich Grundprinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltschutz und Anti-Korruption zu eigen machen wollen:
United Nations Global Compact
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