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Bewaffnete Konflikte, Flucht und Vertreibung

Bewaffnete Konflikte, Vertreibung und Flucht können viel Armut verursachen, weil die flüchtenden Menschen ihre angestammte Heimat verlassen müssen und damit oft auch ihre Lebensgrundlage verlieren, nämlich die Felder, die sie nicht mehr bestellen können.

In vielen Entwicklungsländern gerade in Afrika gibt es bewaffnete Konflikte, die zu viel Armut, Elend und Unterdrückung führen. Bewaffnete Konflikte sind nicht nur Ursache, sondern können auch Folgen von Armut sein, weil eine grassierende Armut zu Konflikten führt, nicht zuletzt über den Zugang und die Verwendung von Bodenschätzen, die dann mit Waffengewalt ausgetragen werden. Meist sind es aber nur einige wenige, die Nutznießer solcher Konflikte sind, während die große Mehrheit der Bevölkerung darunter leidet. Bewaffnete Konflikte führen zu Flucht und Vertreibung, zum Brachliegen des Ackerlandes, das nicht bestellt werden kann, zu Hunger und Unterernährung, zu Krankheit und Tod. Vertriebene haben oft keinen Zugang zu Schulen oder Gesundheitsstationen, sie müssen, wo der Zugang es erlaubt, von internationalen Hilfsorganisationen ernährt und medizinisch versorgt werden. Wo Krieg und Flüchtlingselend herrschen, machen sich auch Hoffnungslosigkeit und Resignation breit.

In Nord-Uganda beispielsweise herrscht seit zwei Jahrzehnten ein blutiger Bürgerkrieg. Rund eine Million Menschen haben ihre angestammten Dörfer verlassen, leben in Flüchtlingscamps, können ihre Felder nicht bestellen, leben in Angst vor Überfällen. Eine ganze Region liegt wirtschaftlich brach. Eine Entwicklung findet nicht statt. Arbeitsplätze gibt es kaum. Das Einkommen der Menschen ist auf niedrigstem Niveau. Nicht nur der bewaffnete Konflikt fordert seine Opfer, sondern auch die durch diesen Konflikt hervorgerufene wirtschaftliche Stagnation. Einen Ausweg aus der Armutsfalle gibt es solange nicht, solange der Konflikt weitergeht.

Eine der wichtigsten Strategien zur Bekämpfung solcher konfliktverursachten Armut ist die Friedensarbeit und eine Politik der Konfliktlösungen. Dies bedeutet, dass bewaffnete Konflikte durch Verhandlung und notfalls durch Interventionen beendet werden müssen. Es bedeutet aber vor allem, dass Konflikte schon bei ihrer Entstehung erkannt, behandelt und friedlich und ohne Waffengewalt gelöst werden.

Bewaffnete Konflikte verlangen nach einer Konfliktlösung, nach Friedensverhandlungen und nach der Rückführung der Vertriebenen und Flüchtlingen. Doch viel zu selten wird nach einem Friedensprozess auch die Frage der Verteilgerechtigkeit gestellt. Konflikte sind vorprogrammiert, wenn die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu drastisch werden. Die meisten Kriege, bewaffnete Konflikte und auch der moderne Terrorismus haben mit Armut, Ungerechtigkeit und der ungleichen Verteilung von Ressourcen zu tun. Der schönste Frieden nützt nichts, wenn nicht auch soziale Gerechtigkeit einkehrt. Die beste Friedenspolitik taugt nichts ohne eine faire Sozialpolitik.

Siehe auch: Konfliktprävention und Friedensförderung


Weiterführende Links:

Entwicklungszusammenarbeit im Kontext von Krisen und Konflikten:
"Krisenprävention und Konfliktbearbeitung in der Technischen Zusammenarbeit"

Informationen über Konfliktsensibilität:
Conflict Sensitivity Consortium (englisch)

OECD-Studie „Helping Prevent Violent Conflict“ mit den Guidelines des Development Assistance Committee (DAC):
Helping Prevent Violent Conflict (englisch)

Eine Website des "Konsortium Ziviler Friedensdienst", gehostet durch die Aktionsgemeinschaft Dienst für Frieden e.V.
Ziviler Friedensdienst - "Wir scheuen keien Konflikte"

Website des Weltfriedendienst e.V.
WeltFriedenDienst - "Für eine gerechtere Welt"
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