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Kinderarbeit

Kinderarbeit hat viele Formen und Gesichter. Es gibt leichte und tolerierbare Kinderarbeit, aber auch harte, gefährliche, unterbezahlte Formen der Kinderarbeit. Weltweit nimmt die Kinderarbeit zu. Ursachen sind bittere Armut, hohe Bildungskosten, der harte Überlebenskampf auf der Straße und eine schwer zu kontrollierende Wirtschaft. Mädchen und Jungen werden nicht nur ihres Rechts auf ungetrübte Kindheit beraubt, sie haben oft keinerlei Bildungschancen. Darüber hinaus zerrütten viele Kinder ihre Gesundheit, indem sie Arbeiten ausüben, denen sie physisch nicht gewachsen sind.

Wir sprechen von „ausbeuterischer“ Kinderarbeit, wenn diese Arbeit dem Wohl und der Entwicklung des Kindes im Wege steht. Dies trift vor allem für Beschäftigungen in gefährlichen und riskanten Industriebereichen zu. Ausbeuterische Kinderarbeit ist gekennzeichnet etwa durch die Beschäftigung von sehr jungen Kindern (unter 12 Jahre), durch lange Arbeitstage, durch Zwangsarbeit wie die oben beschriebene Sklavenhaltung sowie durch besonders gefährliche und gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze.

Kinderarbeit ist ein wachsendes Problem. Schätzungen zufolge machen Einkünfte aus der Kinderarbeit etwa ein Drittel des Familieneinkommens in ganz Lateinamerika aus. Das Internationale Arbeitsamt (International Labour Organization oder ILO) schätzt, dass die Zahl der 5- bis 14-jährigen Arbeiter 2004 weltweit auf 264 Millionen angewachsen ist. Knapp die Hälfte der betroffenen Kinder und Jugendlichen stammen aus Asien.

Oft wird Kinderarbeit fälschlicherweise als eine unabänderliche Realität dargestellt, als Tatsache des Lebens, die man resigniert akzeptieren müsse. Viele sind jedoch der Überzeugung, dass Kinderarbeit abgeschafft werden kann und muss. Auf dem Weg dorthin gilt es, etliche Hindernisse zu überwinden: Zum einen muss man erkennen, dass viele äußerst arme Familien glauben, ohne zusätzliches Einkommen ihrer Kinder ginge es nicht. Diesen Familien muss man helfen, Nebeneinkünfte zu erschließen, damit sie nicht auf die Arbeit ihrer Kinder angewiesen sind bzw. durch das fehlende Einkommen noch mehr an den Rand ihrer Existenz gebracht werden. In vielen Fällen benötigen die Eltern auch Geld, um den Schulbesuch der Kinder bezahlen zu können. Um an diesen Kosten nicht zu sparen, müssen Eltern lernen, dass nur der Schulbesuch den Kindern später ein besseres Einkommen ermöglicht.

Darüber hinaus ist es notwendig, dass bestehende Landesgesetze gegen Kinderarbeit den Menschen bewusst gemacht werden und ihre Einhaltung besser überwacht wird. Staatliche Entwicklungshilfe muss zudem darauf drängen, dass Regierungen den Schulbesuch für alle Kinder vorschreiben und dafür, wenn möglich, die Kosten übernehmen.

Definition von Ausbeutung:
Den Tatbestand ausbeuterischer Kinderarbeit kann man als gegeben ansehen, wenn einer oder mehrere der nachfolgenden Faktoren vorliegen, die eine Folge oder Begleiterscheinung der Arbeit darstellen:

  • Unterernährung und Erschöpfung
  • Beengtheit und schlechte Belüftung
  • Diffizile und die Augen überbeanspruchende Arbeit
  • Arbeit mit gefährlichen Chemikalien oder Maschinen
  • Versagung von Spiel, Schule und elterlichem Schutz
  • Körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt
  • Illegale Tätigkeiten
  • Beschäftigung sehr junger Kinder (zirka 8 bis 15 Jahre)
  • Sklavenähnliche Dienste wie schuldbedingte Arbeit (bonded labour)



Weiterführende Links


Blog "Aktiv gegen Kinderarbeit"
Aktiv gegen Kinderarbeit

Bundeszentrale für politische Bildung über Kinderarbeit:
Kinderarbeit in Entwicklungsländern

Fotoausstellung "Weltweit für Kinderrechte- Weltweit gegen Kinderarbeit":  
Weltweit für Kinderrechte - Weltweit gegen Kinderarbeit 
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Südwind e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
Indien: Kinderarbeit in der Steinindustrie

Goodweave - Initiative gegen illegale Kinderarbeit in der Teppichproduktion:
Goodweave - Fakten zu Kinderarbeit
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