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Sexuelle Ausbeutung

Die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern – also der Verkauf und Gebrauch von Kindern als Sexobjekt – ist eine grobe Verletzung der Kinderrechte, eine Zerstörung ihrer Kindheit, Würde und Gesundheit, mit lebenslangen Folgen. Eine Multimilliarden-Industrie degradiert die Kinder zu vermarktbaren Verbrauchsgütern. Schätzungsweise ein bis zwei Millionen Kinder geraten jedes Jahr in die Fänge des illegalen Sexmarktes. Viele werden gekidnapped, verkauft oder anderweitig „gehandelt“, um sie anschließend zu sexuellen Handlungen zu zwingen, in Bordellen gefangen zu halten oder vor laufender Kamera zu vergewaltigen. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern hat viele Formen und Facetten. Sie reicht von der Pornografie im Internet über den Kinderhandel bis hin zur kommerziellen Prostitution.

Pornografie

Die Pornografie mit Kindern erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch Männer, die normalerweise keinem Kind etwas zuleide tun würden, erfreuen sich an verbotenen Bildern mit Kindern und leisten so einer ganzen Industrie Vorschub. Kinderpornografie ist ein lukratives Geschäft mit weltweiten Gewinnen vermutlich in Milliardenhöhe. Mit der „elektronischen Revolution“ sind Pornografie einschließlich Kinderpornografie und Kindesmissbrauch jedem zugänglich, der einen Rechner mit Internetzugang besitzt. Die schnelle technologische Entwicklung hat neue Möglichkeiten für Herstellung, Vertrieb und Konsum von Kinderpornografie geschaffen. Kinder können heute „missbraucht“ werden, ohne dass man die eigenen vier Wände verlässt. Kinder werden so zu einer mehr und mehr nachgefragten Gebrauchsware.

Kinderhandel (engl. trafficking)

Kinder sind eine begehrte Ware, weil sich mit ihnen Geld verdienen lässt. Menschenhändler und Schlepperbanden sind in einer globalisierten Welt über die Grenzen hinweg aktiv, um Kinder zu entführen, zu locken, zu verkaufen und über Grenzen zu „handeln“. Kinder aus Laos und Burma werden nach Thailand verkauft. Kinder aus Südostasien finden sich in Europa und Nordamerika wieder. Mädchen aus Osteuropa werden in den Westen eingeschmuggelt. Insbesondere Kinder, die in Armut oder schwierigen Familiensituationen leben, deren Heimat von Kriegen und bewaffneten Konflikten betroffen ist, werden von Händlern und Schleppern ausgesucht. Nicht selten sind auch die Polizei und andere Behörden in die kriminellen Machenschaften verwickelt.

Kinderprostitution

Kinder werden zur Prostitution verschleppt und gezwungen, oft von ihren eigenen Eltern (wissentlich oder unwissentlich) an Zuhälter verkauft oder sind, um materielle Bedürfnisse zu befriedigen, sogar selbst bereit, ihren Körper zu verkaufen. So oder so sind sie als Opfer zu betrachten – Opfer einer Gesellschaft und einer Männerwelt, die bereit ist, für Ausbeutung und Missbrauch zu bezahlen. Die kommerzielle sexuelle Ausbeutung in Form der Prostitution hat viele Aspekte und Traditionen. In einigen Ländern ist Kinderprostitution ein weithin akzeptiertes gesellschaftliches Phänomen. So zum Beispiel in Thailand, das schon längst zu einem beliebten Urlaubsland für westliche Freier geworden ist. Lange Zeit konnten sie sich sogar ohne Angst vor Strafverfolgung in Deutschland an Minderjährigen vergreifen. In vielen Ländern werden Vergewaltigung und sexuelle Ausbeutung von Kindern stillschweigend geduldet, ohne dass der Staat etwas unternimmt. Das Geschäft mit Kinderkörpern boomt. Und aus Angst vor HIV/Aids gibt es eine immense Nachfrage nach immer jüngeren, „unverbrauchten“ Kindern, die – so hoffen die Kunden – noch nicht infiziert sind.


Weiterführende Links:

BBC-Webseite zu Kinderprostitution und Zwangsprostitution:
"Asia's sex trade is 'slavery'" (englisch)

Artikel des "Guardian" zu wachsendem Kinderhandel:
"UN fears rising child sex trade" (englisch)

Juristische Fachstudie zum Kauf, Handel, Kidnapping und Stehlen von Kindern:
David M. Smolin: "Child Laundering" (englisch)

BBC-Seite zum afrikanischen Kinderhandel:
"Tracking Africa's child trafficking" (englisch)

Artikel über albanisches Opfer von Zwangsprostitution:
"Streets of despair" (englisch)

Website von ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography & Trafficking of Children for Sexual Purposes) gegen sexuelle Ausbeutung:
ECPAT (englisch)

ASACP-Seite (Association of Sites Advocating Child Protection):
ASACP (englisch)

Website von CASTAGNA - Beratungsstelle für sexuell ausgebeutete Kinder, weibliche Jugendliche und in der Kindheit betroffene Frauen
"Was bedeutet sexuelle Ausbeutung?"
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