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Frühverheiratung

In vielen Ländern ist es üblich, Mädchen früh zu verheiraten. In manchen Fällen werden schon ganz junge Kinder versprochen, ohne dass die Heirat tatsächlich vollzogen wird. Aber sehr häufig werden zeugungsfähige Mädchen bereits mit 13, 14 oder 15 Jahren verheiratet, oft gegen ihren Willen. In Äthiopien beispielsweise ist eine Heirat mit elf oder zwölf Jahren keine Seltenheit. Gerade dort, wo die Verheiratung der Tochter einen Brautpreis erbringt, neigen arme Familien dazu, schon aus wirtschaftlichen Gründen die Tochter zu verehelichen, weil sie dann nicht mehr für sie verantwortlich sind und für sie sorgen müssen. Ihnen wird eine Last abgenommen. Sobald die Heirat vereinbart ist, brechen die zukünftigen Ehefrauen ihre Schulbildung ab, weil sie für Küche und Kinder zuständig sind, statt eine eigene Karriere anzustreben. Ihre Lebensträume werden damit zunichte gemacht, ihre Alternativen zur Hausarbeit sind fortan sehr eingeschränkt, nicht nur zu ihrem eigenen Nachteil, sondern, da sie kaum Bildung weitergeben können, auch zum Nachteil ihrer Kinder und des gesamten Umfeldes. Eine Frühverheiratung zieht auch die Mutterschaft von jungen Teenagern nach sich. Sind die Mütter zu jung, kann es gesundheitsgefährdende Komplikationen geben, besonders auch dann, wenn auch eine Beschneidung der Genitalien vorliegt. Die Frühverheiratung gilt heute als eine Missachtung der Menschen- und Frauenrechte. Dazu gehören u.a. das Selbstbestimmungsrecht, das Recht auf reproduktive Gesundheit und das Recht auf Bildung.


Weiterführende Links:

Jugendportal "Zwangsheirat" mit Beratungsangebot:
www.zwangsheirat.de


STERN-Artikel zu Zwangsverheiratungen in Deutschland:
"Wir haben zu lange weggesehen"

Aufklärungsseite:
Zwangsheirat.de - Gewalt im Namen der Ehre

SPIEGEL-Interview mit tdf-Expertin zu Zwangsheirat:
"Mütter drohen heiratsunwilligen Töchtern mit Selbstmord"

WELT-Artikel über Zwangsehen:
"Als Frau in Afghanistan lernst du, dich zu hassen"

SPIEGEL-Artikel zur Zwangsheirat in Deutschland bzw. Türkei:
"Zum Urlaub in die Ehehölle"

Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat:
"Nein zu Zwangsheirat "
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