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Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Thema Armut.


Die acht reichsten Männer der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung

16. Januar 2017: Die Lücke zwischen Arm und Reich ist größer als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis der neuesten Oxfam-Studie zur weltweiten Vermögensverteilung. Das Ergebnis: Die acht reichsten Milliardäre – alles Männer – besaßen im Jahr 2016 mehr Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Wer sind diese Männer und wie reich sind? Nach der Studie ist Bill Gates mit 75 Milliarden US-Dollar der reichste von allen. Es folgen: Amancio Ortega (Spanien, 67 Mrd.), Warren Buffet (USA, 60,8 Mrd.), Carlos Slim Helu (Mexico, 50 Mrd.), Jeff Bezos (USA, 45 Mrd.), Mark Zuckerberg (USA, 44,6 Mrd.), Larry Elison (USA, 43,6 Mrd.), Michael Bloomberg (USA, 40 Mrd.). Sieben der acht reichsten Männer sind US-Amerikaner. Zusammen besitzen diese 8 Reichen mit 426,2 Mrd. US-Dollar mehr als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (409,1 Mrd.).
Der neue Oxfam-Bericht zeigt außerdem, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 50,8 Prozent des weltweiten Vermögens besitzt – und damit mehr als die restlichen 99 Prozent zusammen. Auch reiche Länder sind von sozialer Ungleichheit betroffen: In Deutschland besitzen 36 Milliardäre so viel Vermögen (297 Milliarden US-Dollar) wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung, das reichste Prozent besitzt rund ein Drittel des gesamten Vermögens (31 Prozent; 3,9 Billionen US-Dollar). Die Konzentration von Reichtum in den Händen weniger nimmt ständig zu, während Hunderttausende nicht genug zu essen haben und Milliarden Menschen mehr schlecht als recht leben.

Weitere Informationen abrufbar unter: :

Oxfam Studie "An Economy for the 99%



Reiche werden immer reicher

23. November 2016: Die Kluft zwischen den Reichsten der Welt und dem Rest der Welt hat sich weiter vergrößert. Das oberste Prozent in der Vermögensskala besitzt mittlerweile über die Hälfte (50.8 Prozent) des globalen Vermögens. Das ist eines der Ergebnisse des „Global Wealth Reports“ der Schweizer Großbank Crédit Suisse. Während die reichsten 10 Prozent der Welt 89 Prozent des globalen Vermögens besitzen, besitzt die untere Hälfte der Weltbevölkerung gerade mal ein Prozent des globalen Vermögens. Allerdings gibt es heute im Vergleich zum Jahr 2000 mehr Reiche in den Schwellenländern. So beträgt der Anteil der Chinesen an den reichsten 10 Prozent mittlerweile 9 Prozent, womit die Chinesen noch vor Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien liegen.
Um zu den reichsten 10 Prozent der Weltbevölkerung zu gehören, benötigt eine Person 71.000 US-Dollar. Die Hälfte aller Erwachsenen dieser Welt besitzen heute weniger als 2.222 Dollar. Das ist im Vergleich zu 2007, als das Median-Vermögen noch 3248 Dollar betrug, ein deutlicher Rückgang. Die unteren 20 Prozent – das sind immerhin eine Milliarde Erwachsene – besitzen durchschnittlich weniger als 248 Dollar. Das globale Gesamtvermögen wird auf 256 Billionen US-Dollar berechnet, hat sich gegenüber dem Vorjahr aber nur um 1,4% gesteigert. Weil im gleichen Zeitraum auch die Weltbevölkerung wuchs, kommt dies einer alarmierenden Stagnierung gleich.
Auf Japan, die USA und Deutschland entfiel die größte Zunahme bei der Zahl der neuen Millionäre. Weltweit stieg die Anzahl der Personen mit einem Vermögen von einer Million Dollar oder mehr um 596.000 auf 32,9 Millionen.
Der größte Verlierer ist laut Crédit Suisse Großbritannien. Auf der Insel schrumpfte das Vermögen der privaten Haushalte in den zwölf Monaten bis Ende Juni 2016 um 1,5 Billionen Dollar oder zehn Prozent. Das hat allerdings vorwiegend mit dem Kursverlust des Pfunds im Nachgang zur Brexit-Entscheidung zu tun, sodass es keine subjektive Verarmung der Briten bedeuten muss. Überhaupt krankt der Crédit Suisse Bericht daran, dass alle Berechnungen in US-Dollars vorgenommen wurden.


Kinderarmut in Deutschland steigt weiter

12. September 2016: Fast zwei Millionen Kinder in Deutschland wachsen in Familien auf, die von staatlicher Grundsicherung leben. 14,7 Prozent der unter 18-Jährigen sind 2015 im Bundesdurchschnitt auf Hartz IV angewiesen. Dieser Anteil ist leicht gestiegen, im Jahr 2011 waren es 14,3 Prozent. Diese Daten basieren auf Berechnungen dere Bertelsmann Stiftung auf der Grundlage der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Besonders betroffen von Armut sind Kinder in zwei Familienkonstellationen: Von allen Minderjährigen in staatlicher Grundsicherung leben 50 Prozent in alleinerziehenden Familien und 36 Prozent in Familien mit drei und mehr Kindern. Die Mehrheit der Kinder in Hartz IV wächst über einen längeren Zeitraum in Armut auf. Von den betroffenen Kindern im Alter von sieben bis unter 15 Jahren bezogen 57,2 Prozent drei und mehr Jahre lang Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II).

Weitere Informationen unter:

Bertelsmann Stiftung: Kinderarmut 2016



Armutsquote in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau: Armutsbericht 2016

24. Februar 2016: Ein Verharren der Armutsquote in Deutschland auf hohem Niveau beklagt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem neuesten Armutsbericht. Der Bericht belegt einen Anstieg der Armut in den bevölkerungsreichen Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen. Hauptrisikogruppen seien Alleinerziehende und Erwerbslose sowie Rentnerinnen und Rentner, deren Armutsquote rasant gestiegen sei und erstmals über dem Durchschnitt liege. Die Herausgeber fordern von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, um dringend notwendige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung auf den Weg zu bringen.Das gute Wirtschaftsjahr 2014 habe zu keinem nennenswerten Rückgang der Armutsquote in Deutschland geführt. Die Armut verharre mit 15,4 Prozent auf hohem Niveau. Während es insbesondere in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern signifikante Rückgänge der Armutsquoten gegeben habe, setze sich der Negativtrend in Nordrhein-Westfalen ungebrochen fort. Das Ruhrgebiet bleibe mit Blick auf Bevölkerungsdichte und Trend die armutspolitische Problemregion Nummer Eins in Deutschland. Seit 2006 sei die Armutsquote im Ruhrgebiet um 27 Prozent angestiegen auf einen neuen Höchststand von 20 Prozent. Die Kinderarmutsquote (19 %) liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt, wobei die Hälfte der armen Kinder in Haushalten Alleinerziehender lebt. Alarmierend sei die Entwicklung insbesondere bei Rentnerhaushalten. Erstmalig seien sie mit 15,6 Prozent überdurchschnittlich von Armut betroffen. Die Quote der altersarmen Rentnerinnen und Rentner sei seit 2005 um 46 Prozent und damit so stark angewachsen wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden:

Zeit zu handeln: Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2016



62 Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung

London (20.01.2016) Die 62 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Dieses dramatische Missverhältnis hat zwei Ursachen: Der Anstieg des Vermögens der Allerreichsten, und das Absinken des Vermögens der Armen dieser Welt. Seit dem Jahr 2010 ist das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um eine Billion Dollar gesunken; das entspricht einer Absinkquote von 41 Prozent. Dies ist umso dramatischer als die Weltbevölkerung sich in dieser Zeitspanne um 400 Millionen vergrößert hat. Im gleichen Zeitraum stieg das Vermögen der 62 reichsten Personen dieser Welt um ca. 1,7 Billionen Dollar. Übrigens: nur 9 der 62 reichsten Personen sind Frauen. Vor einem Jahr entsprach das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung noch dem Vermögen der 80 reichsten Menschen. 2010 waren es noch 388 Personen. Die Schere zwischen Arm und Reich wächst also dramatisch weiter. Milliardäre sind in der Lage, ihr ohnehin riesiges Vermögen noch überproportional zu steigen. Diese Zahlen sind einem Oxfam-Bericht zu entnehmen, der am 18. Jan. 2016 vorgestellt wurde. Acht der zehn reichsten Männer der Welt sind Amerikaner: Der reichste von ihnen (Stand Januar 2016) ist Bill Gates mit einem geschätzten Vermögen von rd. 77 Milliarden US-Dollar. Zu den reichsten Männern der Welt zählen u.a. Armancio Ortega (Spanien, 66 Mrd), Warren Buffet (59), Marc Zuckerberg (41) und der mögliche Präsidentschaftskandidat Michael Bloomberg (37).

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden:

An Economy for the 1%


Kluft zwischen extremer Armut und extremem Reichtum wächst

London (29.10.2015) Die Kluft zwischen den Armen und den Reichen steigt immer weiter. Die einen haben so viel Geld, dass sie kaum wissen, wohin damit. Die anderen haben so wenig, dass sie hungern müssen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 hat sich die Zahl der Dollar-Milliardäre noch verdoppelt. Zu Beginn des Jahres 2014 besaßen die reichsten 85 Menschen der Welt so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. So die Oxfam-Studie „Even it up. Time to end extreme inequality“. Die ganz Reichen haben kaum die Möglichkeit, ihr Geld auszugeben. Würde beispielsweise Bill Gates jeden Tag eine Million US-Dollar ausgeben, bräuchte er 218 Jahre, um sein Vermögen von rund 80 Milliarden Dollar auszugeben. In Wirklichkeit würde er sein Geld jedoch überhaupt nicht anzapfen müssen; denn selbst bei einer bescheidenen Rendite von nur zwei Prozent würde er jeden Tag um mehr als 4 Millionen Dollar reicher, rechnet Oxfam vor. Allein im letzten Jahr (von März 2013 bis März 2014) wuchs der Reichtum der 85 Reichsten jeden Tag um 668 Millionen Dollar an. Seit der Finanzkrise 2008 hat sich die Zahl Milliardäre auf der Welt auf 1645 verdoppelt. 16 Milliardäre kommen aus dem schwarzen Afrika.

Die Kluft weitet sich aber nicht nur in Bezug auf individuellen Wohlstand. Sie weitet sich auch zwischen den armen und den reichen Ländern. Aber schlimmer noch ist die sich weitende Kluft der Reichen und Armen in den jeweiligen Ländern, weil sich gefühlte Armut oft am Wohlstand der eigenen, nationalen Bevölkerung orientiert, meint der Bericht. Sieben von zehn Menschen leben in Ländern, in denen sich die Kluft zwischen arm und reich in den letzten drei Jahrzehnten vergrößert hat. Armut ist ein relatives Phänomen.

Ein gewisses Maß an ungleichem Wohlstand sei zwar notwendig als Anreiz für Talent, Fähigkeit, Innovationsbereitschaft und Unternehmerrisiko, aber die heute real existierende Ungleichheit untergrabe Fortschritt und Wachstum und verhindere, in das Potenzial von Hunderten von Millionen Menschen zu investieren, meint der Bericht.

Die Oxfam-Studie kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Even it up. Time to end extreme inequality

Deutsche Ausgabe:

Die wachsende Lücke zwischen Arm und Reich


13 Millionen Menschen in Deutschland sind armutsgefährdet

Wiesbaden (28.10.2014) Fast jeder Sechste in Deutschland ist von Armut bedroht. Das sind rund 13 Millionen Menschen oder mehr als 16 Prozent der deutschen Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) durchgeführten Befragung. Damit blieb der Anteil der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland im Jahr 2013 genauso hoch wie im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Im ersten Jahr der Erhebung (2008) lag der Wert noch bei 15,2 Prozent.

Grundlage für die Einkommensmessung in einem Berichtsjahr ist das verfügbare Haushaltsnettoeinkommen (nach Steuern und Sozialabgaben). Eine Person gilt nach der EU-Definition als armutsgefährdet (bzw. unterliegt einem relativen Armutsrisiko), wenn ihr weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung steht (Schwellenwert für Armutsgefährdung). 2013 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 979 Euro im Monat (11 749 Euro im Jahr) und damit ähnlich hoch wie im Berichtsjahr 2012 (980 Euro im Monat). Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert im Berichtsjahr 2013 bei 2 056 Euro im Monat.

Besonders gefährdet sind in Deutschland Frauen, Alleinerziehende, Alleinlebende und Arbeitslose. Im Jahr 2013 waren mehr als ein Drittel der Personen (35,2 Prozent) aus Alleinerziehenden-Haushalten armutsgefährdet. Bei den Alleinlebenden betrug der Anteil der armutsgefährdeten Personen immerhin 31,9 Prozent. Die Quote der armutsgefährdeten Personen bei den Frauen unter 18 Jahren lag mit 15,4 Prozent zwar unter dem Bundesdurchschnitt, jedoch höher als das Armutsrisiko für die gleichaltrige männliche Bevölkerung (14,2 Prozent). Ähnlich hohe Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern ergaben sich in der Altersklasse zwischen 18 und 64 Jahren (Frauen: 17,7 Prozent, Männer: 16,0 Prozent). Bei den Frauen ab 65 Jahren fiel das Armutsgefährdungsrisiko im Jahr 2013 mit 17,0 Prozent sogar deutlich höher aus als bei den Männern derselben Altersklasse mit 12,7 %.

Differenziert nach dem überwiegenden Erwerbsstatus im Referenzjahr waren im Berichtsjahr 2013 mit 69,3 % weit mehr als zwei Drittel der Arbeitslosen ab 18 Jahren armutsgefährdet. Bei den überwiegend Erwerbstätigen ab 18 Jahren betrug der Anteil dagegen nur 8,6 %.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/10/PD14_374_634pdf.pdf?__blob=publicationFile



Wirtschaftskrise hat Armut von Kindern und Jugendlichen in den reichen Ländern verschlimmert

Rom (September 2014) Kinder, Jugendliche und deren Familien in den Wohlstandsstaaten haben immer größere Schwierigkeiten, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die Wirtschaftskrise droht einer ganzen Generation von gebildeten und leistungsfähigen jungen Menschen die Möglichkeit zu nehmen, sich eine selbstbestimmte und sichere Zukunft aufzubauen. Das ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti zum Einfluss der Wirtschaftskrise auf das kindliche Wohlbefinden in den Industrieländern. In den 41 wohlhabendsten Ländern der Welt sind seit Beginn der Krise 2008 etwa 2,6 Millionen mehr Kinder unter die Armutsgrenze gerutscht, wie aus der Studie hervorgeht. In diesen Staaten leben demzufolge rund 76 Millionen Kinder in Armut.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche in Südeuropa, im Baltikum, aber auch in Island und Irland. In mehr als der Hälfte der untersuchten Länder hat die Kinderarmut seit Beginn der Krise zugenommen, in besonders betroffenen Staaten wie Irland, Griechenland, Kroatien, Lettland und Island sogar um mehr als 50 Prozent. Die 15- bis 24-Jährigen trifft die Krise laut UNICEF besonders hat.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Children of the Recession - The impact of the economic crisis on child well-being in rich countries



Hungersituation weltweit verbessert; dennoch ist die Situation ernst: zwei Milliarden Menschen leiden an "verborgenem" Hunger.

Die Zahl der Hungernden weltweit sinkt nicht so schnell wie erhofft. Das geht aus dem am 13. Oktober 2014 in Bonn veröffentlichten Welthunger-Index (WHI) hervor. In 16 Ländern ist das Ausmaß des Hungers „sehr ernst“ oder sogar „gravierend“. Und noch immer hungern heute 805 Millionen Menschen weltweit. Mehr als doppelt so viele, zwei Milliarden Menschen, sind vom Mikronährstoffmangel, dem sogenannten „verborgenen Hunger“ betroffen.

Gemäß dem von der Welthungerhilfe herausgegebenen Welthunger-Index hat sich die Hungersituation in den Entwicklungsländern generell jedoch verbessert: Der WHI-Wert ist seit 1990, dem Referenzjahr, um 39 Prozent gesunken. Dies ist eine durchaus positive Entwicklung. Laut WHI 2014 konnten 26 Länder (im Vorjahr: 23) ihre WHI-Werte um 50 Prozent oder mehr senken. Am erfolgreichsten waren Angola, Bangladesch, Ghana, Kambodscha, Malawi, Niger, Ruanda, Thailand, Tschad und Vietnam. Doch in 14 Ländern herrschen immer noch „sehr ernste”, in zwei Ländern sogar „gravierende” Hungerzustände: Eritrea und Burundi bilden die Schlusslichter des WHI-Rankings. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind immer noch 805 Millionen Menschen weltweit unterernährt [FAO, SOFI 2014]. Es bestehen zum Teil dramatische Unterschiede zwischen Regionen und Ländern.

Der Welthunger-Index (WHI) ist ein Instrument zur mehrdimensionalen Messung von Hunger und Unterernährung. Drei gleichgewichtete Indikatoren bilden die Grundlage:

a) Anteil der Unterernährten in der Bevölkerung,
b) Anteil untergewichtiger Kinder unter fünf Jahren und
c) Anteil der Kinder, die vor dem fünften Lebensjahr sterben.

Berechnet wurde der WHI 2014 für 120 Länder, aus denen verlässliche Daten zu den drei Indikatoren vorlagen und für die eine Berechnung des WHI relevant erschien. Einige einkommensstarke Länder wurden nicht berücksichtigt, weil die Verbreitung von Hunger dort sehr gering ist. Aus weiteren vermutlich stark vom Hunger betroffenen Ländern, wie der DR Kongo, Afghanistan und Somalia, fehlen verlässliche Daten. Dem WHI 2014 liegen Daten aus den Jahren 2009 bis 2013 zugrunde.

Den Welthunger-Index gibt es als eBook bei Google Play, iTunes, Amazon.


Soziale Herkunft prägt den Schulerfolg

25.06.2013: Der Schulerfolg eines Kindes hängt noch immer sehr von der sozialen Herkunft und Vorbildung der Eltern ab. Mehr Chancengerechtigkeit bleibt darum die Kernherausforderung der deutschen Schulsysteme – auch wenn es im Vergleich zum Schuljahr 2009/10 positive Tendenzen gibt. Doch in allen 16 Bundesländern haben die Schulen bei der Chancengerechtigkeit weiterhin großen Nachholbedarf. Das zeigt der aktuelle Chancenspiegel, den die Bertelsmann Stiftung und die Universitäten Dortmund und Jena am 24. Juni 2013 in Berlin vorstellten. Demnach verlassen zwar weniger junge Menschen die Schule ohne Abschluss, allerdings ist schon in der Grundschule der Bildungserfolg stark von der sozialen Herkunft abhängig.

"Insgesamt geht es mit der Chancengerechtigkeit eher im Schneckentempo voran", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Das liege auch daran, dass der Ausbau von Ganztagsschulen nur schleppend vorwärts kommt und die Bedeutung der Förderschulen trotz Bemühungen um mehr Inklusion kaum nachlässt. "Entscheidend für mehr Chancengerechtigkeit sind die Qualität des Unterrichts und die individuelle Förderung aller Schüler, aber gute Rahmenbedingungen können das natürlich begünstigen", sagte Professor Wilfried Bos, Direktor des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund. Hoffnungen setzen Bildungsforscher vor allem in die Ganztagsschule – eine Schulform, die nach aktuellen Umfragen zwischen 70 und 80 Prozent der Eltern favorisieren (Infratest 2011, Emnid 2012).

Der Chancenspiegel schaut besonders auf die Chancengerechtigkeit der deutschen Schulsysteme. Darunter versteht der Chancenspiegel die „faire Chance zur freien Teilhabe an der Gesellschaft, die auch gewährleistet wird durch eine gerechte Institution Schule, in der Schüler aufgrund ihrer sozialen und natürlichen Merkmale keine zusätzlichen Nachteile erfahren, durch eine Förderung der Befähigung aller und durch eine wechselseitige Anerkennung der an Schule beteiligten Personen“, so der Chancenspielel 2013.

Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderderung und Zertifikatsvergabe:

Nach dem Chancenspiegel bieten Schulsysteme den Kindern und Jugendlichen dann eine faire Chance, ihre Möglichkeiten zu entfalten, wenn sie (1) integrieren, (2) durchlässig sind (Wechsel von niederen zur höheren Schulart ermöglichen), (3) Kompetenzen fördern und (4) Leistungen durch entsprechende Zertifikate anerkennen. Auf diese vier theoretisch hergeleiteten Gerechtigkeitsdimensionen fokussiert der Chancenspiegel. Zu jeder dieser Dimensionen – Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung, Zertifikatsvergabe – werden unter Rückgriff auf verfügbare quantitative Daten der amtlichen Statistiken aus Bund und Ländern sowie aus Studien der empirischen Bildungsforschung besonders aussagekräftige Indikatoren in den Blick genommen.

Der Chancenspiegel hatte im vergangenen Jahr – zehn Jahre nach der ersten Pisa-Studie – erstmals für jedes Bundesland analysiert, wie gerecht und wie leistungsstark das jeweilige Schulsystem ist. Die diesjährige Neuauflage dokumentiert, wie sich seit dem Schuljahr 2009/10 die Chancen von Schülern verändert haben, soziale Nachteile zu überwinden und ihr Leistungspotenzial auszuschöpfen. Das analysiert der Chancenspiegel in vier Dimensionen. Der Chancenspiegel wird in den kommenden Jahren fortgeschrieben. Herausgeber sind die Bertelsmann Stiftung, das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität Dortmund und das Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Weitere Informationen unter:

Der Chancenspiegel
 


Die Deutschen sind die Ärmsten im Euro-Raum

12.04.2013: Die Deutschen sind nicht so wohlhabend, wie viele angenommen haben. Das Nettovermögen der meisten deutschen Haushalte ist nach Daten der Europäischen Zentralbank niedriger als in jedem anderen Euroland. Gemäß der Erhebung (genannt: Household Finance and Consumption Survey) sind die Deutschen mit einem mittleren Haushaltsvermögen von 51.000 Euro ärmer als Slowaken, nur halb so reich wie Griechen (102.000) und fast notleidend im Vergleich mit Luxemburgern (398.000) oder Zyprern (267.000). Das Median-Vermögen der Menschen im Euro-Raum beträgt 109.000 Euro, damit das Doppelte des Median-Vermögens in Deutschland.

Die von der EZB festgestellte Vermögenslage im Euro-Raum passt nicht zum Bild vom wohlhabenden Deutschland, wie es viele gezeichnet haben. Befragt wurden 62.000 Haushalte. Dabei gaben die Teilnehmer unter anderem Auskunft über ihr Einkommen, die Aufteilung ihres Vermögens, ihre Schulden sowie über Höhe und Laufzeit ihrer Schulden. Die EZB erhofft sich von den Daten unter anderem Aufschluss darüber, wie sich wirtschaftliche Schocks auf die privaten Haushalte und ihr Verhalten auswirken.

60% der europäischen Haushalte im Euroraum besitzen eigenen Wohnraum, 40% ganz und 20% dank einer Hypothek. Mehr als 40% haben Schulden. Der Median-Wert der Wohnhauses der Euro-Europäer liegt bei 180.000 Euro.

Angesichts der vielen Milliarden Euro an Stabilisierungshilfen für Länder wie Griechenland, Portugal und Zypern bergen diese Zahlen politischen Sprengstoff. In den Medien geriet die EZB in den Verdacht, mit der Veröffentlichung der Zahlen solange gewartet zu haben, bis das Stabilisierungsprogramm für Zypern beschlossen war. Die EZB begründet die relativ späte Veröffentlichung der Zahlen damit, dass die letzten Daten erst Anfang März eingetroffen seien.

Weitere Informationen unter:

http://www.ecb.int/press/pr/date/2013/html/pr130409_1.en.html

Eine Grafik der Statistik finden Sie unter:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/ezb-umfrage-deutsche-sind-die-aermsten-im-euroraum-12142944.html  



Kindern in Deutschland geht’s objektiv gut, aber subjektiv relativ schlecht

10.04.2013: Nach einer internationalen Vergleichsstudie in 29 wohlhabenden Ländern hat sich das Lebensumfeld für Kinder in Deutschland insgesamt verbessert, während ihre Lebenszufriedenheit vergleichsweise gesunken ist. Deutschland liegt auf Platz sechs der Industrienationen, wenn Lebensbedingungen wie relative Armut, Gesundheit oder Bildung der jungen Generation bewertet werden.

Im Kontrast zu diesen positiven Entwicklungen steht allerdings die subjektive Sicht der Jugendlichen in Deutschland auf ihre Lebenssituation. Bei der Selbsteinschätzung der Lebenszufriedenheit von Mädchen und Jungen fällt Deutschland tiefer ab als jedes andere untersuchte Land – und zwar auf Platz 22 von insgesamt 29 untersuchten Ländern. Jeder siebte Jugendliche in Deutschland ist mit sich und seiner Situation eher unzufrieden.

Die neue Studie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti in Florenz knüpft an frühere Untersuchungen an, in denen die Lage der Kinder in Industrieländern anhand von sechs Dimensionen verglichen wurde. 2007 schnitt Deutschland dabei insgesamt nur mittelmäßig ab. Nun wurde das frühere Konzept variiert. Die neue Studie analysiert zunächst die Daten der fünf Dimensionen materielles Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit, Bildung, Verhalten und Risiken sowie Wohnen und Umwelt und blickt dann – in einem zweiten Teil – gesondert auf das subjektive Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen.

So ergibt sich das zweigeteilte Bild: In den ersten fünf Dimensionen schafft es Deutschland nun in die Spitzengruppe, hinter den Niederlanden und den skandinavischen Ländern. Fragt man die Jugendlichen nach ihrer Lebenszufriedenheit, stürzt Deutschland in das untere Drittel der Rangliste ab. Grundlage der Analyse sind die neuesten erhältlichen Daten von Eurostat, OECD, PISA, Weltgesundheit-sorganisation und Weltbank. Sie beziehen sich auf die Jahre 2009/2010 – durch die Notwendigkeit, verschiedenste nationale Datenerhebungen vergleichbar aufzubereiten, ergibt sich eine zeitliche Verzögerung von zwei bis drei Jahren.

Weitere Informationen unter:

http://www.unicef.org/policyanalysis/index_68637.html



Arbeitslosenquote des Euroraums bei 12,0%

03.04.2013: In den EURO-Ländern lag die Arbeitslosenquote im Februar 2013 bei 12%. In der Eiuropäischen Union lag die Arbeitslosenquote bei 10,9%, gegenüber 10,8% im vorherigen Monat4. Im Vergleich zum Februar 2012 sind die Quoten in beiden Gebieten deutlich gestiegen; in jenem Monat hatten sie 10,9% bzw. 10,2% betragen. Diese Das meldete die europäische Statistikbehörde Eurstat am 2. April 2013. Damit ist wegen der Schuldenkrise ein neuer Rekordstand seit der Euro-Bargeldeinführung im Januar 2002 erreicht.

Eurostat schätzt, dass im Februar 2013 in der EU insgesamt 26,338 Millionen Männer und Frauen arbeitslos waren, davon 19,071 Millionen im Euroraum. Gegenüber Januar 2013 stieg die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU27 um 76 000 und im Euroraum um 33 000. Gegenüber Februar 2012 nahm die Zahl der Arbeitslosen in der EU27 um 1,805 Millionen und im Euroraum um 1,775 Millionen zu.

Weitere Informationen unter:

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/3-02042013-AP/DE/3-02042013-AP-DE.PDF



15,8% der Bevölkerung Deutschlands waren 2010 armutsgefährdet. EU-weit sogar 16,9%

27.03.2013: Der Anteil der armutsgefährdeten Menschen an der Bevölkerung lag in Deutsch­land im Einkommensbezugsjahr 2010 bei 15,8 % und damit unter dem EU-Durchschnitt von 16,9 %. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Daten des europäischen Statistikamtes Eurostat mit.

Nach EU-Definition gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn ihr Einkommen nach Einbeziehung staatlicher Transferleistungen weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung eines Landes beträgt. In Deutschland lag der Schwellenwert für Armutsgefährdung im Jahr 2010 für eine alleinlebende Person bei 11 426 Euro im Jahr, das entspricht 952 Euro im Monat.

Zu den EU-Ländern mit den niedrigsten Armutsgefährdungsquoten zählten mehrere Nachbarstaaten Deutschlands: So wies die Tschechische Republik mit 9,8 % die EU-weit niedrigste Quote auf, gefolgt von den Niederlanden (11,0 %) und Österreich (12,6 %). Die höchsten Quoten gab es in Bulgarien (22,3 %), Rumänien (22,2 %), Spanien (21,8 %) und Griechenland (21,4 %). In Kroatien, das in wenigen Monaten der EU beitritt, lag die Armutsgefährdungsquote bei 21,1 %.
Um die Einkommensungleichheit zu untersuchen, wird das einkommensstärkste Fünftel der Bevölkerung mit dem einkommensschwächsten Fünftel verglichen. In Deutschland war das Einkommen des obersten Fünftels im Jahr 2010 insgesamt 4,5-mal so hoch wie das des untersten Fünftels. Im EU-Schnitt lag dieser Wert bei 5,1. Die EU-Staaten mit hohen Armutsgefährdungsquoten hatten 2010 auch eine ausgeprägte Einkommensungleichheit: In Spanien war der Wert mit 6,8 am höchsten, gefolgt von Lettland (6,6) und Bulgarien (6,5). Eine vergleichsweise ausgeglichene Einkommensverteilung hatten die Tschechische Republik und Slowenien (jeweils 3,5).

Diese Ergebnisse stammen aus der europaweiten Erhebung EU-SILC und sind in der Datenbank von Eurostat abrufbar. Weitere Informationen unter:

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/03/PD13_121_634.html


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